Ein Jahr ist es jetzt her, dass das Ahrtal von der schrecklichen Flut getroffen wurde. Oft habe ich mit meiner Familie in Ahrweiler Urlaub verbracht. Vor einigen Tagen besuchten meine Frau und ich diesen Ort, um zu sehen, wie die aktuelle Lage ist. Überall sind die Spuren der Flut zu erkennen. Viele Geschäfte sind noch geschlossen. Aber manche haben schon geöffnet. Am Marktplatz saßen viele Menschen, fast so wie früher.

Unser Ziel war auch das Grabkreuz auf dem Ahrweiler Friedhof, welches einem Feuerwehrmann in der Flutnacht das Leben rettete. Er wurde von der starken Strömung fortgerissen und klammerte sich schließlich an ein Steinkreuz auf dem Friedhof. Einsatzkräfte bargen den völlig erschöpften Mann am nächsten Morgen. Dieses Kreuz kann man besichtigen. Als ich es sah, stellte ich mir vor, wie der Feuerwehrmann an dem Kreuz hing. Und ich stellte mir vor, wie Jesus vor 2000 Jahren am Kreuz hing. Mich erfasste beim Anblick Rührung und Dank. Wie gut, dass dass Grabkreuz in dieser Flutnacht gehalten hat. Dadurch hat es einem Menschen das Leben gerettet. Dieses Geschehen hat mir noch einmal sehr deutlich gemacht: Das Kreuz Jesu schafft Leben und rettet uns aus Verlorenheit und Not. Jesus ist am Kreuz gestorben, damit wir leben können und in eine lebendige Beziehung zu Gott treten können. An das Kreuz kann ich all das dran heften, was mich von Gott trennt und was mich belastet. Gott befreit mich davon. Vergangenes wird Vergangenheit. Denn Gott macht alles neu. Der Feuerwehrmann hat durch das Festklammern am Kreuz ein neues Leben gewonnen. Wir dürfen durch das, was Jesus für uns am Kreuz getan hat, ebenfalls neue Menschen sein, denn: „Gehört jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch.“ (2. Korinther 5,17)