Liebe Leserin, lieber Leser!

Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so wird mir geholfen.“ (Jeremia 17, 14)

Jeremia vertraut in seinem Gebet darauf, dass Gott ihm Heilung und Hilfe schenkt. Er meint dabei nicht nur die Heilung von Krankheit, sondern auch an ein inneres Heilwerden. Beides ist ihm wichtig.

In meiner stillen Zeit morgens bete ich regelmäßig für Menschen, die krank sind oder Hilfe brauchen. Und mit meiner Frau bete ich an jedem Abend zum Glockenläuten um 19:00 Uhr für die Kranken in unserer Gemeinde. Immer denken wir dabei: „Dein Wille geschehe.“ Denn Gott ist kein Automat, bei dem man ein Geldstück einwirft und unten der Kaffee herauskommt. Nein, Gott ist souverän und handelt so, wie er es für richtig hält.

Dass Gott auch heute noch heilen kann, belegt folgende Geschichte: Ein Pastor war mit einem Freund nach Indien gefahren, um dort ihre Partnergemeinden zu unterstützen. Mitten im Dschungel spürte er eines Tages heftige Schmerzen im rechten Bein. Es schwoll im Laufe des Tages dick an. Fieber kam dazu und das nächste Krankenhaus war 200 Buschkilometer entfernt. Bedrohliche rote Streifen waren schon bis zum Knie hinaufgezogen. Innerlich stellte er sich schon auf seinen Tod ein.

Da fragte ihn sein Freund: „Wie oft hast du schon über Krankenheilungen Jesu gepredigt?“ „Schon oft“, war seine Antwort. „Bisher haben wir nur darüber gepredigt, aber jetzt ist unser Ernstfall: Kann Gott oder kann er nicht?“

Beschämt falten die beiden ihre Hände und sagten Gott, was sie bewegte, sie bekannten ihren Kleinglauben. Erschöpft schlief der Kranke ein. Als er wieder aufwachte, hatte sich das Fieber gebessert, der rote Strich war nicht mehr zu sehen. Nach einigen Tagen war er wieder wohlauf.

Gott kann also auch heute noch Menschen gesund machen. Aber wir müssen immer im Hinterkopf behalten: Wir können keine Heilung erzwingen. Dies ist reines Geschenk.

Für Jesus war immer das Seelenheil wichtiger als das körperliche Heil. Geschichten wie die Heilung des Gelähmten zeigen das (Markus 2). Diesem spricht er die Vergebung seiner Sünden zu. Erst danach heilt er ihn.

Damit bringt Jesus zum Ausdruck: Die Verbindung zum Vater ist wichtiger als die Gesundheit. Der Glaube steht über dem Gesundwerden. Natürlich wollen wir alle gesund bleiben und keine Schmerzen haben. Doch der Glaube an den Herrn Jesus steht an erster Stelle.

Denn nur so erfahren wir das ewige Leben, das auf uns wartet.

Die Bitte des Jeremia ist also bis heute gültig und wichtig: „Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.“

Seien Sie behütet! Gott befohlen.

Ihr Pfarrer Martin Gohlke

(10.10.2021)