Liebe Leserin, lieber Leser!

„Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“ Dieses Bibelwort aus Johannes 1, 16 will uns in der kommenden Woche begleiten.

Am 2. Sonntag nach Epiphanias ist ja die Hochzeit von Kana das zentrale Thema. Man kann die Geschichte in Johannes 2, 1-11 nachlesen. Bei dieser Hochzeit ging der Wein aus. Das war natürlich sehr unangenehm für den Bräutigam. Doch Jesus ließ ihn nicht im Stich, sondern verwandelte das Wasser in sechs Krügen zu Wein. Das waren umgerechnet 600 Liter. Das Fest war gerettet und konnte weitergehen.

Das Erstaunliche ist an diesem Wunder die Fülle und Güte des Weins. Denn Jesus hat keinen billigen Fusel hergestellt, sondern Wein von hoher Qualität. Und auch die Menge ist beachtlich.

Das zeigt uns: Jesus ist nicht geizig, sondern großzügig. Er schenkt gerne. Vor allem von seiner Gnade. Von ihr ist überreich da. Als er für uns am Kreuz starb, schuf er eine Gnadentat für alle Zeiten. Jeder Mensch kann Gottes Gnade für sich in Anspruch nehmen, seitdem Jesus für uns die Erlösung auf Golgatha gebracht hat.

Niemand muss mehr fern von Gott leben. Wer sich zum Herrn Jesus bekennt, findet Erlösung und Heil. Denn Jesus ist der Retter der Welt und genauso auch Dein persönlicher Retter. Er ist für Dich gestorben. Er schenkt Dir seine Liebe. Er nimmt Dich an als sein geliebtes Kind.

Wenn Du das für Dich annimmst, darfst Du in der Gemeinschaft mit Gott leben und Jesu Gnade jeden Tag in Anspruch nehmen. Denn, so hören wir im Wochenspruch, ist überreich davon da.

Das zu hören tut uns gut in einer Zeit, die seit fast zwei Jahren von Corona bestimmt wird. So viel ist auch in der Gemeinde eingeschränkt. Angst vor Nähe hat sich breitgemacht, weil viele sich vor einer Ansteckung fürchten. Manche trauen sich seit langer Zeit schon nicht mehr in die Kreise und Gruppen. Nähe zu anderen Menschen, die sonst ein Markenzeichen von Gemeindearbeit ist, wird zur Gefahr. Wer hätte das vor drei Jahren gedacht.

Aber die Nähe Gottes bleibt! Durch seinen Sohn Jesus Christus können wir sie jeden Tag neu in Anspruch nehmen und genießen. Ohne Vorbehalt. Wer an ihn glaubt, ist Gottes Kind und darf sich jederzeit mit seinem Geist füllen lassen. Wer darum bittet, wird nicht abgewiesen. Im Gegenteil: Christus freut sich darüber, denn er hat genug zu bieten.

Seine Gnade ist wie eine Quelle, die nie versiegt. Unser Wochenspruch lädt uns ein, aus ihr zu schöpfen. Tag für Tag. Immer wieder neu. Lassen wir uns also von Christus beschenken. Denn er gibt gerne.

Seien Sie behütet! Gott befohlen.

Ihr Pfarrer Martin Gohlke

(16.1.2022)