Gedanken zur Woche in Zeiten der Corona-Pandemie

Liebe Leserin, lieber Leser!

In der kommenden Woche begleitet uns folgendes Bibelwort aus Johannes 1, 16: „Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“

Dieses Wort zeigt uns, wie überreich Gott uns mit seiner Liebe und Gnade beschenkt. Gott ist nicht geizig, sondern verleiht uns durch seinen Sohn Jesus Christus Gnade um Gnade. Ich stelle mir das ganz bildhaft vor wie eine Quelle, die nie versiegt. Wir dürfen uns bei großer Hitze an ihr erfrischen.

Kommen wir am nächsten Tag wieder zu ihr, dann sprudelt sie weiter, so als wäre nichts geschehen. Auch in einer Woche wird sie unseren Durst löschen. Einen Monat später ebenfalls und sogar auch noch in einigen Jahren.

Wie bei einer nie versiegenden Quelle wendet sich Jesus uns mit seiner ganzen Liebe zu. Und das jeden Tag neu. Mit immer neuer Vitalität und Frische. Sollte unsere Liebe nachlassen und unsere Kraft erlöschen – bei Christus wird das nie der Fall sein. Seine Fülle ist immer für uns zu haben.

Das Wunderbare daran ist: Sie bleibt nicht nur auf wenige Menschen beschränkt, sondern ist für alle bestimmt, wie wir in unserem Wochenspruch erfahren. So viel ist davon da, dass es für alle reicht. Das ist ein großes Wunder, das uns heute staunen lässt – genauso wie Johannes, der dies in seinem Evangelium bezeugt. Er hat es ja als Jesu Jünger in vielen Situationen miterlebt.

Zum Beispiel bei der Hochzeit von Kana. Dieser Text bildet an diesem Sonntag die Schriftlesung. Es ist immer wieder spannend, diese wunderbare Geschichte zu lesen (Johannes 2, 1-11). Bei einer Hochzeit in Kana ging der Wein aus. Wie peinlich für den Bräutigam! Doch Jesus ließ ihn nicht im Stich. Er verwandelte das Wasser in sechs Krügen kurzerhand in besten Wein. Das waren sage und schreibe 600 Liter! Das Fest konnte also weitergehen, der Bräutigam war gerettet und durfte mit seinen Gästen ausgelassen weiter feiern.

Diese Geschichte zeigt uns: Jesus schenkt uns nicht nur das Nötige, sondern mehr als das. Er ist sehr großzügig zu uns. Denn Christus möchte, dass wir uns wohlfühlen und glücklich sind. Vor allem lässt er uns nicht im Stich. Er hilft uns in unserer Not.

Das Weinwunder von Kana und viele andere Geschichten hatte der Evangelist Johannes vor Augen, als er schriftlich festhielt: „Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“

Das Schöne daran ist: Dieses Wort gilt auch heute noch! Auch für uns! Lassen wir uns also von Jesus Christus mit seiner Gnade beschenken. Tag für Tag. Es ist mehr als genug davon da.

Besonders in diesen Tagen, die uns schwer fallen wegen Corona, dürfen wir Seelen-Nahrung von Christus empfangen und damit Freude durch seine Nähe und seine Liebe erfahren. Lassen wir uns von ihm beschenken!

Seien Sie behütet! Gott befohlen.

Ihr Pfarrer Martin Gohlke