Gedanken zur Woche in Zeiten der Corona-Pandemie

Liebe Leserin, lieber Leser!

„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ So lautet der Wochenspruch aus 2. Korinther 5, 17, der uns in den kommenden Tagen begleiten möchte.

Zuspruch pur ist das! Wer mit Jesus lebt, der ist ein neuer Mensch. Auch wenn man sich nicht immer so fühlen sollte.

Natürlich, wer sich frisch bekehrt hat, fühlt sich wie neugeboren. Der kann die ganze Welt umarmen und denkt sich: Mir kann nichts mehr passieren. Doch wer schon eine Weile mit Jesus unterwegs ist, erlebt auch Durststrecken, Verzagtheit und Anfechtungen in seinem Leben. Die anfängliche Euphorie ist verflogen. Der Glaube muss sich im Alltag bewähren.

Besonders jetzt in der Zeit der Corona-Pandemie sind wir sehr gefordert. Die Kontaktbeschränkungen machen unser Leben schwer. Das, was Gemeinde auszeichnet, ist im Augenblick nicht möglich: Gemeinschaft, Nähe und Austausch. Ganz zu schweigen vom Gemeindegesang, den wir schmerzlich vermissen.

Es ist ein Segen, dass wenigstens die Gottesdienste stattfinden dürfen. Auch wenn man nicht teilnehmen kann oder möchte, darf man wissen: Im Gottesdienst wird für die Gemeinde gebetet. Also auch für mich. Das Vaterunser schließt uns zu einem Netz der Beter zusammen. Ob im Gottesdienst oder zu Hause.

Unser Wochenspruch gibt uns neue Kraft in dieser Zeit. Denn er spricht uns zu: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur.“ Wir werden es nicht erst. Nein, wir sind es schon, und zwar durch Christus.

Mit seiner Kraft werden wir diese schwere Zeit durchstehen. Wir können wirklich dankbar sein, dass wir den Glauben haben. Ohne ihn wäre es ganz schwer, nach vorne zu schauen. So aber haben wir Hoffnung. Denn was auch immer passieren mag: Christus verlässt uns nicht. Er ist immer bei uns im Leben und im Sterben.

Unser Wochenspruch erinnert uns daran: „Das Alte ist vergangen.“ Das finde ich ungemein tröstlich. Denn unsere Vergangenheit muss uns nicht mehr erdrücken. Altlasten müssen unser Leben nicht mehr zur Last werden lassen. Wir dürfen in der Gemeinschaft mit Christus befreit leben und neu aufatmen.

Mit Gottes Hilfe kann und wird unser Glaube weiter wachsen. Rückschläge müssen uns dabei nicht entmutigen. Unsere Glaubenspflanze darf wachsen und gedeihen. Das Lesen in der Bibel, das tägliche Gebet, gute Vorträge im Radio oder Gottesdienste bringen uns voran im Glauben.

Wie schön ist es doch, in der Gemeinschaft mit Christus zu leben. Durch ihn sind wir eine neue Kreatur. Welch ein Geschenk! Welch eine Gnade!

Seien Sie behütet! Gott befohlen.

Ihr Pfarrer Martin Gohlke

(25.04.2021)