Erklärung der Kirchengemeinde zur zukünftigen Erhaltung der Kirchen und Gemeindehäuser
Das Presbyterium steht vor der großen Herausforderung mit den vorhandenen Haushaltsmitteln und Rücklagen, die bestmögliche personelle und materielle Ausstattung für die Kirchengemeinde für die Zukunft sicherzustellen.
Leider mussten wir feststellen, dass die dauerhafte Erhaltung von zwei Kirchen und zwei Gemeindehäusern die finanziellen Möglichkeiten der Kirchengemeinde Anrath-Vorst auf Dauer deutlich übersteigen. Wir sind offen für konstruktive Idee und Vorschläge, benötigen jedoch für deren Umsetzung tatkräftige Unterstützung. Gerne wollen wir uns einsetzen und für einen Erhalt aller Gebäude kämpfen, hierzu fehlen uns jedoch zurzeit tragfähige Lösungsstrategien.
Im Rahmen der Entscheidungsfindung werden wir die Gemeinde regelmäßig informieren; hierfür sind weitere Gemeindeversammlungen vorgesehen. Zudem wird ein FAQ-Bereich auf der Gemeindehomepage eingerichtet, um häufig gestellte Fragen transparent zu beantworten und weiterreichende Informationen, zu den Sanierungs- , Instandhaltungs- und Unterhaltskosten zur Verfügung zu stellen.
Da viele Aspekte sorgfältiger Prüfung bedürfen, bittet das Presbyterium um Verständnis, dass Antworten nicht immer sofort gegeben werden können.
Für uns ist es von zentraler Bedeutung auch in den kommenden Jahren und nach Möglichkeit Räume vorzuhalten, in denen Gottesdienste gefeiert und ein intensives Gemeindeleben möglich ist, um Menschen bei Jesus ein Zuhause zu geben.
Dabei ist uns die gewachsene Ökumene (in Vorst) besonders wichtig.
Der Ev. Kirchenkreis Krefeld und die Ev. Kirche Anrath-Vorst stehen vor erheblichen finanziellen Herausforderungen, die sich ausfolgenden Umständen ergeben:
- Eine Studie zeigt, dass unsere Gemeinde bis 2035 nur noch ca. 1800 Gemeindemitglieder haben wird. Dies führt zu stark reduzierten Einnahmen. Zusätzlich wird sich die Kaufkraft der Kirchensteuereinnahmen durch Inflation bis 2035 ungefähr halbieren.
- Die Evangelische Kirche im Rheinland sieht bei den Versorgungs- und Beihilfeverpflichtungen eine absehbare Unterdeckung. Die Landeskirche hat deshalb beschlossen, die Versorgungs- und Beihilfesicherungsumlage ab 2026 stark zu erhöhen. Der Kirchenkreis kürzt daher die an unsere Gemeinde weitergebenen Kirchensteuern dauerhaft bereits ab diesem Jahr erheblich.
- Es besteht zusätzlich eine Verpflichtung alle nicht vermieteten Kirchengebäude bis 2035 Klimaneutral zu ertüchtigen. Dies führt zu erheblichen Investitionen an den Gebäuden unserer Gemeinde.
- Einige der Gebäude zeigen ehebliche Baumängel die kurz- und mittelfristig behoben werden müssen.
Das Presbyterium steuert den in diesem Zusammenhang von der EKiR gestarteten Zukunftsprozess 2035 der Kirchengemeinde Anrath-Vorst im Interesse der Gemeindemitglieder und der Angestellten. Unter Einbeziehung der notwendigen Sparmaßnahmen versuchen wir die bestmögliche personelle und materielle Ausstattung für die Kirchengemeinde Anrath-Vorst sicherzustellen.
Zur Einschätzung des künftigen Sanierungsbedarfs wurden vom Kirchenkreis beschäftigte Bausachverständige beauftragt, die Gebäudesubstanz aller Liegenschaften zu prüfen.
Dabei ergaben sich unter anderem folgende Feststellungen:
- Das Gemeindehaus in Anrath wurde nach dem Brand umfassend saniert. Nach einem Defekt wurde die Heizungsanlage – unter Berücksichtigung der Anforderungen an Klimaneutralität – erneuert.
- In der denkmalgeschützten Kirche in Anrath stehen umfangreiche Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten an.
- Sowohl die Kirchen in Anrath und Vorst, als auch das ökumenische Gemeindezentrum Paul-Schneider-Haus in Vorst benötigen in den kommenden Jahren eine energetische Erneuerung ihrer Heizungsanlagen gemäß den Vorgaben zur Klimaneutralität.
- In der Kirche in Vorst wurden erhebliche bauliche Schäden festgestellt. Die Kosten für deren Beseitigung können derzeit nur grob geschätzt werden, da noch keine konkreten Angebote vorliegen.
- Auf Basis der geschätzten Instandsetzungskosten, glauben wir belastbar sagen zu können, dass die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen bereits heute unsere Rücklagen übersteigen. Der Trend zeigt eindeutig, dass die notwendigen Instandsetzungskosten und Wartungskosten unsere Rücklagen dauerhaft erheblich übersteigen.
Zentrale Erkenntnis
Die dauerhafte Erhaltung von zwei Kirchen und zwei Gemeindehäusern übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der Kirchengemeinde Anrath-Vorst deutlich.
Bereits im Jahr 2024 zeichnete sich diese Entwicklung ab. Daher hat das Presbyterium 2025 die Entwidmung der Kirche in Vorst veranlasst, um perspektivisch alternative Nutzungsmöglichkeiten zu eröffnen.
Zur Reduzierung der Unterhaltskosten des Paul-Schneider-Hauses wurde bereits 2023 eine intensivere gemeinsame Nutzung mit der katholischen Kirchengemeinde St. Godehard in Vorst vereinbart sowie die Vermietung an Dritte ausgeweitet. Langfristig wurde die Bildung einer Eigentümergemeinschaft angestrebt.
Diese Maßnahmen allein reichen jedoch nicht aus, um die Finanzierung aller anstehenden Aufgaben sicherzustellen. Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund der veränderten finanziellen Situation der katholischen Kirchengemeinde die bisherige Kooperation neu verhandelt werden muss.
Vor diesem Hintergrund ist das Presbyterium zu folgenden Einschätzungen gelangt:
- Es gibt keine einfache oder kurzfristige Lösung für die bestehenden wirtschaftlichen Herausforderungen.
- Die Gemeinde kann nicht alle Gebäude dauerhaft eigenständig betreiben; der Gebäudebestand muss kritisch überprüft werden.
- Das Presbyterium geht davon aus, dass ein Abriss der Vorster Kirche mittel- bis langfristig nicht verhindert werden kann.
- Mindestens eines der Gemeindehäuser wird perspektivisch nicht mehr allein von der Gemeinde betrieben oder gehalten werden können.
Klausurtagung des Presbyteriums zur Planung des weiteren Vorgehens
Um eine tragfähige Grundlage für zukünftige Entscheidungen zu schaffen, hat sich das Presbyterium in zwei Klausurtagungen unter professioneller Moderation intensiv mit der Weiterentwicklung der Gemeinde beschäftigt. Ziel war die Erarbeitung einer Gemeindekonzeption, eines Gebäudebedarfsplans sowie inhaltlicher Schwerpunkte.
Dabei wurden folgende Leitlinien entwickelt:
- Mit rund 2.000 Gemeindemitgliedern bildet Anrath den Hauptstandort, während Vorst mit etwa 1.000 Mitgliedern einen wichtigen zweiten Standort darstellt.
- An beiden Standorten sollen grundlegende Angebote für alle Altersgruppen erhalten bleiben, insbesondere Gottesdienste und Gruppenangebote.
- Darüber hinaus wird es spezielle Angebote geben, die gezielt an einem Standort angesiedelt sind (z. B. Kinderbibelwoche in Vorst oder „Lighthouse“ in Anrath).
- Solche besonderen Angebote können zugleich über die Gemeinde hinaus ausstrahlen und gezielt einzelne Altersgruppen ansprechen.
- Die verfügbaren personellen Ressourcen müssen künftig stärker in die Planung der Angebote einbezogen werden.
Rahmenbedingungen für den Standort Vorst
Für die zukünftige Nutzung von Gebäuden in Vorst – insbesondere im Hinblick auf mögliche Kooperationen mit Dritten – hat das Presbyterium folgende Mindestanforderungen definiert:
- Der Jugendkeller soll weiterhin für die eigene Gemeindearbeit zur Verfügung stehen.
- Die Nutzung des großen Saals muss gewährleistet bleiben.
- Ein zusätzlicher Raum für Angebote wie „Zeit teilen“ soll erhalten bleiben.
- Der Zugang zu Sanitäranlagen und Küche muss sichergestellt sein.
Weiteres Vorgehen
Da bereits eine erste Interessensbekundung für eine mögliche Bebauung des Kirche Geländes in Vorst vorliegen, hat das Presbyterium beschlossen, eine Absichtserklärung abzugeben, um mit dem Interessenten in Verhandlungen zu treten. Dies ist ein übliches Vorgehen und ist keine Verkaufsentscheidung! Das Presbyterium hat daher die Prüfung eines möglichen Abrisses der Kirche eingeleitet und entsprechende Genehmigungen beim Kirchenkreis vorsorglich beantragt-.
Ziel dieses Prozesses ist es,
- einen realistischen Zeitplan zu entwickeln,
- eine fundierte Wirtschaftlichkeitsprüfung durchzuführen und
- den Verkehrswert der Liegenschaft zu ermitteln.
Auf Grundlage einer sorgfältigen Kosten-Nutzen-Abwägung und weiterer Prüfung von Alternativen, wird anschließend eine endgültige Entscheidung getroffen.
Im weiteren Verlauf wird die Gemeinde regelmäßig informiert; hierfür sind weitere Gemeindeversammlungen vorgesehen.
Zudem wird ein FAQ-Bereich auf der Gemeindehomepage eingerichtet, um häufig gestellte Fragen transparent zu beantworten und weiterreichende Informationen, zu den Sanierungs-, Instandhaltungs- und Unterhaltskosten zur Verfügung zu stellen,
Da viele Aspekte sorgfältiger Prüfung bedürfen, bittet das Presbyterium um Verständnis, dass Antworten nicht immer sofort gegeben werden können.
Wir als Presbyterium wollen klarstellen, wir schwer uns diese Entscheidungen fallen. Planungen voranzutreiben, die beinhalten eine Kirche zu entwidmen und Schritte einzuleiten, die einen Abriss zum Ziel haben, lösen in uns Trauer, Zweifel, Enttäuschung und Ratlosigkeit aus.
Wir sind offen für konstruktive Idee und Vorschläge, benötigen jedoch für deren Umsetzung tatkräftige Unterstützung. Gerne wollen wir uns einsetzen und für einen Erhalt der Vorster Kirche kämpfen, hierzu fehlen uns jedoch zurzeit tragfähige Lösungsstrategien.
Für uns ist es von zentraler Bedeutung auch in den kommenden Jahren und nach Möglichkeit, Räume vorzuhalten, in denen Gottesdienste gefeiert und ein intensives Gemeindeleben möglich ist, um Menschen bei Jesus ein Zuhause zu geben. Dabei ist uns die Ökumene besonders wichtig.